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Die Erwartungen wurden weit übertroffen

Jugend-Literaturwettbewerb des Kulturforums verzeichnete 92 Beiträge Preisverleihung    

RNZ 20.12.2016

BildWiesloch. (aot) „Wie groß das Haus war und wie bunt. Überall schillerndes Papier und Farbe an den Wänden. Und überall dieses Lachen.“ So schildert ein afrikanisches Mädchen ihre ersten Eindrücke nach der Ankunft in Deutschland. Schnell fühlt es sich aber fremd und allein, als sie merkt, dass die Menschen um sie herum „so komisch schauen wegen ihrer dunklen Haut“. Und dann der erste Schultag, auf den sie sich so sehr gefreut hatte, rundum nichts als Ablehnung: ,,Auch wenn ich kein Wort verstand, wusste ich, dass es nicht nett war, was sie sagten.“ Da taucht plötzlich ein Mädchen auf, das ihr zuwinkt und lacht, ihr die Hand reicht und sie verteidigt. Mit dieser traurigen und zugleich hoffnungsvollen Geschichte hat Isabel Menzel (Gymnasium Sandhausen]) den ersten Preis in der Sparte Kurzgeschichten bei dem vom Kulturforum Südliche Bergstraße ausgeschriebenem Jugend- Literaturwettbewerb gewonnen. Er wurde ihr im Rahmen einer kleinen Feier in der Mensa des Wieslocher Otttheinrich- Gymnasiums vom stellvertretenden Vorsitzenden und Moderator des Abends, Gert Weisskirchen, überreicht. Den zweiten Preis in dieser Kategorie erhielt Anna Staab vom Ottheinrich-Gymnasium. Sie beschreibt ein Altenheim als Übergangsheim für Heimatlose, die nur auf der Zwischenstufe zu ihrer letzten Heimat im Himmel sind. In der Geschichte der dritten Preisträgerin Carola Marion Menzel (Gymnasium Sandhausen) suchen sechs „einsame Jugendliche, alleine gelassen mit ihren Hoffnungen und Plänen für die Zukunft, den Horizont“. 92 Beiträge wurden in den vier Sparten Kurzgeschichten, Essay, Lyrik und Poetry-Slam von den 15- bis 20-jährigen Schülern der Gymnasien Wiesloch, Walldorf und Sandhausen eingereicht, erklärte der Vorsitzende des Kulturforums, Dr. Peter Gebhardt, in seiner Begrüßung. Damit seien die Erwartungen der Vorstandschaft weit übertroffen worden. überraschend war nach seinen Worten nicht nur die große Anzahl der eingereichten Arbeiten, sondern auch, wie vielfältig und phantasievoll das Motto ,,Ankommen – angekommen – bleiben“ umgesetzt wurde. Der Jury aus drei Vorstandsmitgliedern, drei Schülern und der bekannten Heidelberger Schriftstellerin Marion Tauschwitz fiel die Wahl der Preisträger nicht leicht. In der Sparte Lyrik erhielt Jan Wild mit seinem Gedicht „Neuanfang“ den ersten Preis, Ellen Gerlinski mit „Das grüne Glück“ den zweiten und Laura Zawoda mit „Veränderung“ den dritten Preis, alle drei kommen vom Gymnasium Sandhausen. Beim Poetry-Slam konnten nur die Texte selbst bewertet werden und nicht wie sonst üblich auch deren Präsentation. Hier ging der erste Preis an lsabell Eckert (Walldorf), die beschreibt, was für sie Heimat ist, und der zweite an Nicolas Weber (Sandhausen), der in seinem Text das Verhältnis zu seinem Opa beschreibt, der „seine letzte Reise angetreten hat“. Der dritte Preisträger Norman Donath (Sandhausen) hat „einen ganz normalen Jungen, einen Flüchtlingsjungen“ zum Thema gewählt. In der Sparte Essay wurden nur wenige Texte eingereicht. Dies war sicherlich mit ein Grund, warum sich die Jury nicht in der Lage sah, einen ersten Preis zu vergeben. Jeweils einen zweiten Preis erhielten Philip Spang für sein Essay „Ist die Menschheit schon auf der Erde als ihrem Zuhause angekommen?“ und Nele Hyner (Walldorf), die begründet, warum es „unsere Pflicht ist, Flüchtlinge aufzunehmen“. Einen dritten Preis erhielt Carmen Adrian, die an unterschiedlichen Beispielen ausführt, was „Ankommen – angekommen – bleiben“ zu bedeuten hat. Mit Humor und Wortwitz sorgten „die Buwe vum Kaff“, wie sich die vielfach ausgezeichnete nordbadische Mundart-Rap-Gruppe „Makro“ selbst gerne bezeichnet, für die passende musikalische Unterhaltung.