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Poetry Slam

1. Preis

Isabell Eckert

(Gymnasium Walldorf)

Heimat

 

Heimat – das sind für mich die Konstanten im Leben,

die, die einem Zuversicht geben

und jede Last von den Schultern heben,

die wie kleine Schutzengel über uns schweben.

Heimat, die ist ungebunden

und so wird sie überall gefunden,

wo die Geborgenheit zu Hause ist.

 

Heimat – das ist Rusty für mich,

unseres Nachbars fette Katze.

Der gerade meine Matratze

für perfekt befindet

und so mal eben kurz nach oben verschwindet.

Neben seiner anderen Lieblingsbeschäftigung – dem Fressen –

ist er noch von dieser Schnur besessen,

einem ausgelutschten Teil mit Feder dran,

die er – ganz machohaft – um den Tisch jagen kann,

Nur um dann gegens Tischbein zu laufen.

Aber hey, das Ding hatte ihn provoziert,

und zwar so, dass er die Sicht auf die Feder verliert.

Das kleine Ding ist mir ans Herz gewachsen

und ich weiß nicht, ob wegen seines Schnurrens, seiner Ruhe oder seiner Faxen,

aber, wenn er da ist, vergess‘ ich den ganzen Alltagsscheiß,

Mühe, Perfektion, besser werden, immer mehr Fleiß,

und lass‘ mich nur auf das weiß-braune Fellknäuel ein

und ich fühl‘ mich daheim.

 

Heimat – das sind für mich die Konstanten im Leben,

die, die einem Zuversicht geben

und jede Last von den Schultern heben,

die wie kleine Schutzengel über uns schweben.

Heimat, die ist ungebunden

und so wird sie überall gefunden,

wo das Wohlbefinden zu Hause ist.

 

Heimat – das ist Musik für mich.

Handy an und Kopfhörer rein

und puff – Welche Welt soll es heute sein?

Meistens bin ich ein rollender Stein.

ich durchquere Kansas bis ins Nirvana,

fliege mit Aerosmith in neue Welten,

supertramp-e mit dem Zeppelin

bin die Queen der tragically Hip,

eine Iron Maiden, manchmal auch aus Metall-ica

ist die Musik an, bin ich der Star!

Ich siege, selbst über Chemie und Mathe

und jede Sorge, die ich jemals hatte,

is like a rainbow

und nichts stiehlt mir die Show!

Ich liebe es, in der Musik unterzugehen

sie zu fühlen, von den Haaren bis zu den Zehen,

zu hundert Prozent die Lieder vernommen

zu hundert Prozent einfach angekommen.

 

Heimat – das sind für mich die Konstanten im Leben,

die, die einem Zuversicht geben

und jede Last von den Schultern heben,

die wie kleine Schutzengel über uns schweben.

Heimat, die ist ungebunden

und so wird sie überall gefunden,

wo die Liebe zu Hause ist.

 

Meine Familie ist die liebste Heimat für mich

das klingt jetzt vielleicht erstmal offensichtlich

Hoch wenn ich mich frage, wo Heimat sein kann,

ist die Antwort nicht wo, die Antwort ist wann.

Wann fühle ich mich geliebt, wohl und geborgen?

Und wann scheiß‘ ich auf die alltäglichen Sorgen?

Wann denke ich an heute, nicht gestern, nicht morgen,

wann bin ich ich?

 

Denn Heimat – das sind für mich die Konstanten im Leben,

die Situationen, die mir Zuversicht geben,

die Gefühle, die mir jede Last von den Schultern heben,

die Menschen, die wie kleine Schutzengel über mir schweben.

Meine Heimat ist nicht an Orte gebunden,

sondern an meine Empfindungen.

So ist sie – wo auch immer ich bin – nie wirklich verschwunden,

sondern wartet in meinem Herzen auf den Zeitpunkt,

wenn ich mich daheim fühle.

 

2. Preis

Nicolas Weber

(Gymnasium Sandhausen)

Reisen ins Ungewisse

 

Gedanken

soll ich mir machen.

Ein Poetry Slam:

Ankommen-angekommen-bleiben.

Was bedeutet das

für mich?

 

Um ehrlich zu sein,

genau weiß ich das nicht.

Mein Kopf ist leer-

und voll zu gleich.

Mein Opa,

gestorben,

letzte Woche.

Bei ihm bin ich angekommen,

fühlte mich angenommen,

heimgekommen.

Ein fester Anker

in meinem Leben.

 

Mein Opa,

auf seiner letzten Reise.

Wo kommt er an?

„Heimkehr zu seinem Schöpfer“.

Er ist jetzt in Gottes Hand.

Und wir?

Was bleibt für uns?

 

Zurückgeblieben sind wir

in der Heimat,

mit einem Gefühl,

als ob auch wir auf einer Reise wären,

irgendwie,

in ein neues Leben,

ein völlig anderes.

 

Ein Anker wurde gelichtet,

es gilt,

ihn neu auszuwerfen,

neuen Halt zu finden.

 

3. Preis

Norman Donath

(Gymnasium Sandhausen)

Hier will ich bleiben!

 

Ich bin ein ganz normaler Junge, ein Flüchtlingsjunge

auf der Suche nach neuer Heimat, neuem Leben, neuen Kulturen.

Ich habe mein Land verlassen, aus Angst vor Krieg,

wegen Angst, meine Geliebten zu verlieren.

Wir beide, du und ich, wollten schon immer raus in die weite Welt

neue Orte, neue Menschen, wie es uns gefällt.

 

Wir wollten uns selbst ein Ziel setzen,

einen eigenen Weg einschlagen, nur von unseren eigenen Gedanken treiben lassen.

Und nun? Was jetzt?

Jetzt müssen wir wegen Angst in ein Land fliehen, dass wir uns nicht selbst als Ziel setzten.

Nun müssen wir hier verweilen, mit Menschen um uns, die sich nicht mal trauen

uns ins Gesicht zu schauen.

Doch ist es das, was wir uns schon immer im Leben wünschten?

 

Ich glaube nicht…

 

Nein, ist es nicht!

 

Aber eins will ich dir sagen, es ist besser als daheim zu bleiben,

bei dem Terror, bei dem Lärm, fühlten wir uns wie Zielscheiben.

Es ist zwar nicht das, was wir uns wünschten,

doch immerhin ein Neuanfang für uns beide.

Jetzt sind wir hier angekommen,

du bist dir sicher, wir finden uns hier zurecht,

ich hoffe was man uns verspricht ist echt.

 

Der Anfang war schwer,

wir kamen mit nichts,

nichts außer 20 Euro und unseren Kleidern.

Doch es dauerte nicht lange und wir bekamen Hilfe,

Hilfe von Leuten, die uns wertschätzten und mochten.

Sie gaben uns Essen und Trinken, ein Dach über dem Kopf,

gaben uns Asyl, eine Chance, einen Job.

 

Zum ersten Mal nach langer Zeit fühlten wir uns sicher und geborgen.

Für uns begann ein neues Leben völlig ohne Sorgen.

Wir sahen viele Menschen und ihre Kultur,

so wie wir es am Anfang wollten.

Wir können nun also glücklich sein.

 

Nur wie beide,

du und ich,

gegen den Rest der Welt.

Hier sind wir glücklich und sicher.

Also, lass uns bleiben.